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02 / 2012 - Jugendclub in Utzedel

www.nordkurier.de / DEMMIN (Utzedel) · 10.02.2012

Jugendclub in Utzedel

Im Flachbau am Dorfplatz in Utzedel herrscht Leben. Hier treffen sich die Kinder und Jugendlichen des Dorfes und lieben ihren Klub.

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Utzedel. Aus einem Raum dringt Stimmungsmusik. Girlanden und Ballons hängen an der Decke. Bianka Ewert rührt den Saft an. Ihr Haar schmückt ein grüner Schmetterling. „Noch sind nicht alle da“, meint sie und lächelt. Sie bringt die Karaffe an die Kaffeetafel. Nebenan sind Hexe, Prinzessin, Pirat, Doktor und der gestiefelte Kater schon bester Laune und schwitzen. Im Jugendklub Utzedel feiern sie Fasching, genau das Richtige für die Winterferien. Bianka Ewert stört der Krach nicht. Sie freut sich, wenn sie zur Arbeit in den Klub geht. Die Betreuerin ist beliebt bei den Kindern. Das weiß auch die Gemeinde offensichtlich zu schätzen. Viermal sei sie schon als Ein-Euro-Jobber ausgewählt worden. Seit Januar hat die Kommune sie über einen Zuverdienst eingestellt. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung verlängerten die Abgeordneten den Vertrag erst einmal bis Jahresende. „Sie hat so eine ruhige Art“, sagt Manja Hagemann, deren Kinder gern in den Jugendklub gehen und begeistert sind. „Sie bringt nichts aus der Ruhe, ist wie ein Fels in der Brandung.“ Sie greife aber auch durch, wenn die Kinder mal über die Stränge schlagen. „Wir sind superfroh, dass es den Jugendklub gibt“, meint Manja Hagemann. So hätten die Kinder nach der Schule oder in den Ferien einen Anlaufpunkt und wüssten, wohin sie gehen könnten. Manja Hagemann hilft manchmal, ebenso Gerit Strese. Letztere hatte schon mal als Betreuerin hier gearbeitet. Weil es ihr so gut gefällt, komme sie gern und hilft. „Solange ich zu Hause bin, mach ich das ab und zu. Ich kenn ja auch die Pappenheimer“, meint sie. Bianka Ewert ist bei Festen wie dem Fasching die Hilfe willkommen. Die 38-Jährige bastelt und malt mit den Kindern, lässt sie toben. Wenn der Winter vorbei ist, können sie wieder auf den nahen Spielplatz mit Kletterburg, können Fußball spielen auf dem Sportplatz oder Streetbasketball direkt vor der Tür. Von 15 bis 18 Uhr ist der Klub am Dorfplatz werktags außer Montag geöffnet. „Sie ist nett und freundlich und macht viel mit uns, uns wird nie langweilig“, meint Tom Hagemann (11) über Bianka Ewert. Sie sei mehr ein Kumpel, schimpfe nicht oft. „Sie ist cool.“ Das findet auch Adrian Strese (13). „Man trifft viele Freunde hier, es ist immer lustig, zu Hause will ich nicht allein sein.“ Nach der Schule ist der Klub der erste Anlauf für Michael Kurth (10). Monster-Jagd, was früher Räuber und Gendarm hieß, spiele er am liebsten. „Ich tobe gern“, verrät er. Philipp Manke (11) aus Demmin indes kommt, wenn er bei seinem Freund Tom zu Besuch ist. „Ich gehe immer gern mit“, schwärmt er. Maike Beyer, die gestern ihren zehnten Geburtstag feierte, ist nur mal so zum Fasching gekommen. „Macht Spaß“, gibt sie zu. Mit frischen Waffeln aus dem Eisen schlagen sich die kleinen Narren die Bäuche voll. Sie tanzen und spielen, lachen sich kringelig bei Wattepusten und Luftballonwerfen.

KIRSTEN GEHRKE