TOA | Täter-Opfer-Ausgleich Konfliktberatung / Mediation

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   TOA-Beratungsbüro: Lübecker Straße 41 | 19053 Schwerin
   Ansprechpartnerin: Waltraut Wendland

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Was ist Täter-Opfer-Ausgleich?

Das für den Täter - Opfer - Ausgleich vorgesehene Verfahren soll dazu dienen, eine Versöhnung zwischen Täter und Opfer herbeizuführen. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit einer konstruktiven Tatverarbeitung und Konfliktregelung zwischen Täter und Opfer sowie materieller und immaterieller Schadenswiedergutmachung.

Gesetzliche Grundlagen:

Im Jugendstrafrecht: §§ 10, 45 II, 47 JGG
Im Erwachsenenstrafrecht: §§ 46a, 56, 59 StGB, §§ 153, 153a StPO

Wie findet Täter-Opfer-Ausgleich statt?

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Fall für einen Täter-Opfer-Ausgleich geeignet ist. Bei Eignung erfolgt eine Übermittlung der notwendigen Informationen für die Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs an die Schlichtungsstelle. Die Konfliktberater nehmen Kontakt mit dem Täter auf. In einem Gespräch mit dem Täter wird seine Bereitschaft zum Täter-Opfer-Ausgleich abgeklärt. Die Konfliktberater nehmen Kontakt mit dem Opfer auf und führen ein analoges Gespräch.

Die Wiedergutmachungsmodalitäten werden im gemeinsamen Gespräch mit Täter und Opfer auf freiwilliger Basis ausgehandelt. Ergebnis ist ein schriftlicher Vertrag. Über den Verlauf und Ergebnis des Täter-Opfer-Ausgleichs geht ein Abschlußbericht an die Staatsanwaltschaft oder das Gericht.

Für welche Straftaten kommt die Anwendung von Täter-Opfer-Ausgleich in Betracht?

Geeignet sind grundsätzlich leichtere und mittelschwere Straftaten folgender Deliktgruppen: 
Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Beleidigung, Körperverletzung, Bedrohung 
Diebstahl, Betrug, Vermögensdelikte, Nötigung

Wie erfolgt eine Wiedergutmachung?

Der Täter kann z.B.

  • sich persönlich entschuldigen, 
  • Schmerzensgeld oder Schadensersatz zahlen, 
  • freiwillige Arbeitsleistungen für das Opfer erbringen.

Täter-Opfer-Ausgleich ist sinnvoll!

Ziel der Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs ist die Wiederherstellung des durch die Tat gestörten Rechtsfriedens.

Das Opfer kann:

im Schlichtungsverfahren Gefühle wie Angst, Wut, Verletzung und Empörung zum Ausdruck bringen,

schneller zu seinem Recht kommen,
eine Wiedergutmachung erlangen,
eine Aussöhnung erleben und selbst dazu beitragen.

Der Täter kann:

  • im Schlichtungsverfahren unmittelbar erfahren, was seine Tat für das Opfer bedeutet,
  • sich zu Tatmotiven äußern,
  • Verantwortung für die Tat übernehmen,
  • durch aktive Wiedergutmachung Bestrafung und den damit verbundenen Makel abwenden.

Pressemitteilung

Projekt „Schüler als Streit-Schlichter in Schwerin“

In den Medien häufen sich Berichte über die steigende Zahl gewaltbereiter Jugendlicher, die Gewalt als Mittel zur Lösung von Problemen ansehen. Bei immer mehr Jugendlichen und Kindern, gerade in Wohngebieten mit sozialen Brennpunkten, wird die Faust schneller benutzt, als den Streit auf kommunikativer Basis zu schlichten. Auch in den Schulen nimmt die Gewalt immer mehr zu. Häufige Ursachen sind Vorurteile und Missverständnisse gegenüber anderen Mitmenschen.

Der Verbund für Soziale Projekte e.V. (kurz VSP) engagiert sich seit einigen Jahren bei Projekten zur Senkung der Jugendkriminalität und Vorbeugung zur Jugendkriminalität. In Zusammenarbeit mit Jugendgerichtshilfe, Staatsanwaltschaft und Justiz wird seit 1998 ein Täter-Opfer-Ausgleich im Jugendstrafrecht durchgeführt.

Anfang des Jahres 2002 haben zwei ausgebildete Konfliktberater ein besonderes Konzept für die präventive Arbeit an Schulen entwickelt, das auch andernorts überaus erfolgreich eingesetzt wurde:

Schüler werden als Streit-Schlichter an den kooperierenden Schulen (Fridericianum, Schule Krebsförden) von den Konfliktberatern ausgebildet, um dann vor Ort Streitfälle zwischen Schülern schlichten zu können. Damit diese Ausbildung stattfinden kann und die Schüler auch qualitativ auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, unterstützte die Stiftung der Sparkasse Schwerin dieses Projekt mit 2.400 Euro. So trainierten die Teilnehmer im Streit-Schlichter-Kurs die Selbst- und Fremdwahrnehmung, lernten effektive Kommunikationsmethoden, Bausteine und Methoden von kreativer Konfliktlösung kennen.

Die Stiftung der Sparkasse Schwerin hofft, dass dieses Projekt genauso erfolgreich verläuft wie in der Vergangenheit andernorts vorgezeigt. Ein weiterer Schritt zur Prävention von Jugendkriminalität ist damit jedenfalls getan.