KJWG | Kinder- und Jugendwohngruppe

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KJWG: 17111 Utzedel, Kastanienweg 11

Familienorientierte Kinder- und Jugendwohngruppe Utzedel


Allgemeine Zielsetzung

Die KJWG bietet sechs Kindern Hilfe zur Erziehung nach § 34 SGB VIII (KJHG).

Lage der Einrichtung

Die Einrichtung befindet sich in Utzedel, ein von Demmin 7 km entfernt liegendes Dorf an der Straße zwischen Demmin und Neubrandenburg. Sie befindet sich in einem freistehenden Haus im Dorfkern mit einem dazugehörendem Grundstück von 1440 qm. Im Dorf sind ein Kindergarten, Einkaufsmöglichkeiten, Jugendklub, Faschingsklub, Freiwillige Feuerwehr und Gaststätten vorhanden.

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Eingangsbereich


Utzedel ist mit der Eisenbahnstrecke Stralsund - Demmin - Neubrandenburg - Berlin und über Busverbindungen nach Demmin gut zu erreichen. Der Bahnhof ist 500 Meter, die Bushaltestelle 200 Meter von der Einrichtung entfernt. Durch die geringe Entfernung und die verkehrsgünstige Lage bestehen gute Möglichkeiten der kulturellen Anbindung (z.B. Kino, Disco) an Demmin. Alle Schultypen (Grund-, Haupt-, Real-, Sonderschule und Gymnasium) sind in Demmin und Umgebung vorhanden und deren Erreichbarkeit für die Kinder und Jugendlichen durch den Schulbusverkehr abgesichert.

Regionalisierungsprinzip

Die Einrichtung folgt dem Prinzip der Regionalisierung. Eingebunden in die ländliche Umgebung adressiert die KJWG seine Hilfemöglichkeiten vorrangig an Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Demmin. Damit soll die Trennung von der gewohnten Lebenswelt vermieden und die praktische Voraussetzung für Elternarbeit gewährleistet werden.

Dezentralisierungsprinzip

In seiner Gruppenkonstellation trägt die Einrichtung dazu bei, im Landkreis Demmin das dezentrale Prinzip der Fremdunterbringung zu verwirklichen. Die Dezentralisierung entspricht auch dem politischen Willen der Landesregierung und wird von dieser finanziell gefördert.

Familienorientierung

Die Einrichtung arbeitet als familienorientiertes Heim. Die dort arbeitenden Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen möchten das leisten, was eine Familie unter günstigen Bedingungen leisten kann: personale und zeitliche Kontinuität, intensiv belastbare Beziehungen, gemeinsame Gestaltung des Alltags und die Vermittlung einer lebensgeschichtlichen Biographie. Es soll auf der Basis dieses Konzepts ein möglichst entinstitutionalisiertes familiäres Lebensfeld geschaffen werden, das sich den Lebensverhältnissen von Kindern und Jugendlichen außerhalb des Heims annähert. Andererseits sollen die Verstrickungen und negativ wirkenden Konflikte realer Familien (Enge und Isolation, emotionale Überforderung, Zwangsmitgliedschaft, autoritäre Verfaßtheit) vermieden und die Vorzüge professioneller öffentlicher Erziehung (Fachlichkeit, hohes Reflexionsniveau, Methodenwissen und die für eine planvolle Pädagogik notwendige Distanz) genutzt werden.

Diese Ziele sollen durch eine Reihe von Prinzipien und Vorkehrungen erreicht werden, die im weiteren dargestellt werden. Als bedeutsamstes Merkmal ist der Umstand herauszuheben, daß zwei der in der Einrichtung tätigen Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen dort auch wohnen. Dadurch soll Konstanz der Beziehungen, Normalität im Zusammenleben und Aufhebung der Trennung Privat-Dienstlich im Umgang zwischen den Sozialpädagogen / Sozialpädagoginnen und den Kindern / Jugendlichen hergestellt werden

Zielgruppe

Das Leistungsangebot wird nach Abstimmung mit dem Jugendamt Demmin vorwiegend auf 12 bis 15-jährige Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Als familienorientierte Einrichtung streben wir eine Altersmischung an, die im Einzelfall auch die Aufnahme jüngere Kinder erlaubt. Unter der Maßgabe, Hilfearrangements an den individuellen Lebenslagen und Problemen auszurichten, wird dies besonders dann in Frage kommen, wenn es sich um jüngere Geschwisterkinder handelt, die aus pädagogischen und psychologischen Gründen mit ihren älteren Geschwistern zusammen bleiben wollen und sollen. Durch das Wohnen eines oder zweier pädagogischer MitarbeiterInnen in der Einrichtung tragen wir der unumstrittenen Bedeutung langfristig zur Verfügung stehender Bezugspersonen auch für Kinder unter 12 Jahren Rechnung.

Verselbständigung

Wir arbeiten auf die Rückführung in die Herkunftsfamilie oder gegebenenfalls die Integration in eine Pflegefamilie hin. In der Praxis gibt es viele Gründe dafür, warum diese Bemühungen im Einzelfall misslingen können oder unangebracht sind und die Einrichtung ein dauerhafter Lebensort für Kinder und Jugendliche wird. In diesem Fall ist es unser Ziel, die Jugendlichen so gut wie möglich auf ein selbständiges Leben vorzubereiten. Die Verselbständigung kann ab dem 16. Lebensjahr durch eine Einrichtung des Betreuten Wohnens erfolgen. Ist ein Einrichtungswechsel unangemessen, kann ab dem 18. Lebensjahr die Verselbständigung aus der KJWG heraus durch die Anmietung von Wohnungen in der Umgebung sowie durch begleitende Nachbetreuung gewährgeleistet werden. Beide Wege sind geeignet, den Adressaten baldmöglichst nach der Volljährigkeit einen "sanften" Ausstieg aus der professionellen Unterstützung zu ermöglichen.

Gruppenpädagogik

Der Erziehung in der Gruppe der Gleichen und der Gemeinschaft kommt für die menschliche Entwicklung eine hervorragende Bedeutung zu. In vielen Fällen scheint es gerade hier möglich, den Kindern und Jugendlichen Gefühle von Solidarität, Emotionalität, Aufeinander-angewiesen-sein und die Qualität stabiler längerfristiger Beziehungen zu vermitteln. Das Zusammenleben von sechs Kindern mit ihren Erzieherinnen/Erziehern soll die sozialen Beziehungen fördern und auf der Basis konstanter, berechenbarer Beziehungen innerhalb der Wohngruppe den emotionalen Bezugspunkt und Rückhalt für die Bewohnerinnen und Bewohner darstellen. Gerade hier können elementare Formen sozialer Interaktionen gelernt und ausprobiert werden. Gemeinsames Spielen, Theaterspielen, Kommunikationsübungen (Diskussionen), Bewegung, Ausflüge und Reisen sind neben dem alltäglichen Zusammenleben Beispiele für die Umsetzung einer Gruppenpädagogik in der KJWG.

Ein weiteres Beispiel ist die Gruppenkonferenz. Darin wir Sozialverhalten gelernt und angewendet und ein demokratischer Erziehungsstil verwirklicht. In diesen Besprechungen können sich die Kinder und Jugendlichen an der Gestaltung des Gruppenlebens und an Entscheidungen in der Einrichtung beteiligen und ihren Fähigkeiten entsprechend eigene Probleme und Konflikte bearbeiten.

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Wohnzimmer

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Wohnzimmer

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Zimmer

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Zimmer

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Zimmer

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Zimmer

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Badezimmer