EFA | Erziehungs- und Familienberatung

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   Neuer Standort: EFA-Beratungsstelle: Frankendamm 31 | 18439 Stralsund
   Ansprechpartnerinnen: Dörthe Skoworodkin-Jasmann / Simone Hoffmann

   Telefon: 03831 / 293801 - Telefax: 03831 / 292733
   eMail: info.stralsund@vsp-mv.de
   eMail: doerthe.skoworodkin-jasmann@vsp-mv.de
   eMail: simone.hoffmann@vsp-mv.de

 

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Dörthe Skoworodkin-Jasmann
Psychologin
Simone Hoffmann
Sozialpädagogin

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Ziele der Beratung

Erziehungsberatung soll nach SGB VIII (KJHG § 28) „ ... Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme und der zugrundeliegenden Faktoren, bei der Lösung von Erziehungsfragen sowie bei Trennung und Scheidung unterstützen.“ Im einzelnen bedeutet dies:

  • Beratung soll zum Ziel haben, dass die Kinder und Jugendlichen ihre Handlungsmacht erweitern und ihr Konflikt- und Krisenmanagement verbessern.
  • Beratung soll dazu beitragen, dass Mütter, Väter und andere Erziehungsberechtigte ihre Erziehungsverantwortung besser wahrnehmen können.
  • Beratung bedeutet auch, Unterstützung bei Erziehungs- und Umgangsfragen bei Partnerschaft, Trennung und Scheidung
  • Beratung ist ein für die Klienten niedrigschwelliges Leistungsangebot, das die Klien ten möglichst unmittelbar in Anspruch nehmen können und sie bei ihren indivi duellen, familienbezogenen Fragen und Problemen unterstützt.
  • Beratung soll Krisen vorbeugen bzw. die Krisenbewältigung unterstützen und insbe sondere der Notwendigkeit familienersetzender Hilfen nach Möglichkeit vorbeu gen.
  • Beratung hat die selbständige und frühst mögliche verantwortliche Lebensge staltung der Klienten zum Ziel (Hilfe zur Selbsthilfe).

Zielgruppe

Zielgruppe der Beratungsleistung können Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte sein, sowie Bezugspersonen aus dem System unserer Klienten und im Rahmen der präventiven Arbeit auch KollegInnen in Form u.a. von Weiterbildungen.

Charakteristische Gestaltungsmerkmale

Erziehungsberatung ist ein ambulantes Hilfeangebot, dass sowohl Beratung als auch Thera pie von Kindern, Jugendlichen, jungen Volljährigen und Erziehungsberechtigten beinhaltet. Das Beratungsangebot o.g. Zielgruppe kann nur auf dem Prinzip der absoluten Freiwilligkeit beruhen. Dabei gilt es gegenüber anderen ambulanten Erziehungshilfen zu beachten, dass Erziehungsberatung eine institutionelle Beratung ist, die in eigenen Beratungsstellen erfolgt.

So ist die Beratungsstelle eine organisatorisch und räumlich eigene Einheit innerhalb der Jugendhilfestation des VSP e.V. mit flexiblen Öffnungszeiten, um ein niedrigschwelliges Angebot für Klienten zu sichern. Weiterhin wird in der Beratungsstelle die Vertraulichkeit, der Datenschutz und die Schweigepflicht gewährleistet.

Die Jugendhilfestation des VSP e.V. greift auf ein multidisziplinäres Team zurück, welches mit seinen verschiedenartigen Fachkräften den Zugang zu den Problemen des Klienten ermöglicht und unterschiedliche Sichtweiseneinbezieht. Somit sind wir bei der Auswahl der Behandlungsangebote flexibel.

Leistungsinhalte und Gestaltungselemente

Der Gegenstand der Beratungsleistungen reicht von Erziehungsleistungen und Erziehungsschwierigkeiten von Eltern und Personensorgeberechtigten bis hin zu Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen eines Kindes oder eines Jugendlichen, sowie damit zusammenhängende psychosomatische Beschwerden eines Kindes oder Ju gendlichen bzw. die mit der Erziehung beauftragten Personen. Nicht selten handelt es sich um komplexe Problemlagen und Mehrfachbelastungen und -störungen, die besondere Ansprüche an eine ganzheitliche Problemsicht und Problemlösung stellen.

Methodisch reichen die Beratungsleistungen von der persönlichen Beratung über psychosoziale Gesprächsführung bis hin zum Einsatz verschiedener psychotherapeutischer Verfahren für Einzelne, Familien oder andere sozialer Gruppen. Dazu gehört auch die Kooperation mit anderen sozialen Einrichtungen.

Längerfristige Erziehungsberatung basiert auf einer Hilfeplanung, die im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte und möglichst weitgehender Beteiligung der Betroffenen erfolgt und die Zielsetzungen, Schritte und Erfolgsfaktoren des Hilfeprozesses bestimmt.

Ausgestaltung der Leistungen entsprechend der Finanzierungsmodalitäten:

Freie Beratung nach §§ 16,18 und 28 KJHG über Sockelfinanzierung
Hilfeplanverfahren nach § 36 KJHG über Fachleistungsstunden

A) Zugang der Klienten:

Der Zugang zum Träger erfolgt direkt, telefonisch oder per e-Mail

Der Zugang erfolgt über das Jugendamt bzw. über den Träger in Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Jugendamt. Eine Möglichkeit, um die Hemmschwelle bei Klienten gering zu halten, den Aufwand der Mitarbeiter des Jugendamtes zu reduzieren wäre die Durchführung der Eltern-Kind-Mediation (siehe Leistungsinhalte) vor Ort, dass heißt im Jugendamt bzw. im KSD.

Sinn machen z.B. je 2-3 Stunden am Sprechtag

B) Räumlichkeiten für Beratung:

In diesem Fall sind es grundsätzlich die Räumlichkeiten der Beratungseinheit beim Träger und z.B. auch Nutzung anderer Funktionsräume (Snoezleraum).

Bei Bedarf (z.B. bei Behinderungen des Klienten) sind es auch die Räumlichkeiten des Klienten.

Die Räumlichkeiten sind entweder die des Jugendamtes bzw. des KSD beim Erstgespräch. Die folgenden Gespräche finden in der Regel in den Räumen des Trägers statt.

C) Zuständige MitarbeiterInnen:

Die ständigen MitarbeiterInnen Beratungs einheit bzw. MitarbeiterInnen des Teams der Jugendhilfestation entsprechend ihrer Qualifikation und des Bedarfs der Klienten

Verantwortlich sind grundsätzlich die ständigen Mitarbeiterinnen der Beratungseinheit.

Integrierte Leistungsaspekte der Erziehungsberatung

Allgemeine Aspekte der Erziehungsberatung sind:

  • allgemeine Beratung von Kindern, Jugendlichen, jungen Volljährigen, Eltern, Erziehern und anderen Erziehungsberechtigten in Problemlagen
  • allgemeine Beratung auch von Bezugspersonen, die im System unserer Klienten sind, wie Lehrer, Erzieher u.a.
  • Leistungs- und Persönlichkeitsdiagnostik, insbesondere bei Schulproblemen
  • therapeutische Angebote
  • sozialpädagogisch betreuende Angebote
  • präventive Angebote in Form von Weiterbildungen, Systemanalysen und angewandten Projekten

Die Methoden können dabei problemorientiert, kindorientiert, familienorientiert oder systemorientiert ausgerichtet sein. Dies beinhaltet, die Einzelhilfe, Gruppen- und Familientherapie, aber auch Aufklärung im und Stabilisierung des Sozialraumes (Kindergarten, Schule, Freizeitgruppe u.a.).

Spezifische Aspekte der Erziehungsberatung könnten sein:

Eltern – Kind – Mediation

Die von uns angestrebte Eltern – Kind – Mediation ist eine unmittelbare Kriseninter-vention bei Konflikten zwischen Eltern und Kindern. Primärziel dabei ist es, unmittel bar die Familienkonstellation zu entlasten und eine erste pragmatische Abmachung bzw. Vereinbarung zu treffen. Der Erstkontakt erfolgt bei der Eltern – Kind – Media tion in den Räumlichkeiten des Trägers der öffentlichen Jugendhilfe. Die ständigen Mitarbeiter der Beratungseinheit der Jugendhilfestation des VSP e.V. wären hierfür vor Ort im Jugendamt und KSD der Hansestadt Stralsund. Die nächsten Phasen und Stufen der Mediation finden nach dem Erstkontakt in den Räumlichkeiten der Bera tungseinheit der Jugendhilfestation des VSP e.V. statt.

Der Vorteil des spezifischen Angebots liegt einerseits im niedrigschwelligen Zu gang auch für sozial schwache Familien und andererseits in der unmittelbaren Entlastung der Sozialpädagogen des Amtes durch eventuell schnelle Problemlösung, ohne ein umfangreiches Hilfeplanverfahren einzuleiten. Hierzu können folgende Phasen und Stufen in Anlehnung an einschlägige Literatur beschrieben werden:

PhasenStufen

  • Vorbereitung/ErstgesprächVorbereitung der Mediation, gemeinsames Erstgespräch,
  • Einführung durch die MA der Beratungseinheit
  • Definition des Problems
  • Exploration der Sichtweisen aller an der Mediation Beteiligten, bei Bedarf Einzelsitzung bzw. weiterführende gemeinsame Sitzung
  • Klärung des Problemszusätzliche Einzelsitzung oder zusätzliche gemeinsame Sitzung
  • Lösung des Problems
  • letzte Einzelsitzung oder letzte gemeinsame Sitzung
  • Vereinbarung - Abschlusssitzung,
  • Rückblick und Vorschau

Ziel des ersten Entlastungsgespräches unsererseits ist es aber, eine Teillösung schon festzuschreiben.

Angebote für Eltern hyperaktiver Kinder

Der Träger bemüht sich, um eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein Das HyperAktive Kind e.V.. Die dort ansässigen Fachleute sollen unsere Angebotspalette der allgemeinen Erziehungsberatung erweitern. Angedacht ist eine Betreuung dieses Klientel in Form von Beratung, Koordination von Hilfeleistungen und ein Eltern-Kind-Training.

Präventive Projekte

A) Schülermoderation

Ein Konfliktlösetraining für Schüler!

Menschen leben in Gemeinschaften (Familie, Freundeskreis, Schule, Wohngebiete u.a.). In diesen Gemeinschaften herrschen Regeln und andere Gesetzmäßigkeiten. Sie bestimmen, wie es dem Einzelnen in einer Gruppe geht, welche Aufgabe er hat. Wenn sich die einzelnen Mitglieder der verschiedenen Gruppen wohlfühlen wollen, müssen ihre Interessen, Wünsche, Hoffnungen und Forderungen von der Gruppe aufgenommen werden. Dabei muss klar sein, dass auch ein Teil der eigenen Interessen und Wünsche der Gruppenaufgabe untergeordnet werden muss. Die Aufgabe des Schülermoderators liegt darin, dem Einzelnen zu helfen, sich in seiner Bezugsgruppe zurechtzufinden als auch in der Zusammenarbeit mit allen Gruppen mitgliedern dafür zu sorgen, dass die Gruppe stark wird und sich im übergeordneten System einfügt.

Ziel der Moderatorenausbildung ist es, die Kommunikationsstruktur aller am Schul­leben beteiligten Personen zu verbessern. Der Moderator erlernt Fähigkeiten, mit denen er aktiv und hilfreich an den Lösungen von

a) Schüler-Schüler-Konflikten
b) Lehrer-Schüler-Konflikten
c) Eltern-Schüler-Konflikten
mitwirken kann.

Inhalt:

1.) Ich lerne, Konflikte erkennen!
2.) Ich lerne, wie Konflikte entstehen!
3.) Ich lerne, Konflikte zu lösen!
4.) Ich lerne, mich auf meine Arbeit als Schülermoderator
vorzubereiten!

B) Kommunikationstraining für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige

Kommunikation ist ein Austausch von Informationen.
Dieser Austausch ist an Regeln wie die Sprache gebunden.

Kommunikation ist ein Mittel der Konfliktlösung aber auch Ursache von Konflikten durch Missverständnisse oder Informationsverlusten in der Übertragung von Informa tionen. In unserem Alltag ist es deswegen sinnvoll und damit auch Ziel dieses Projekts, sich Fähigkeiten in Bezug zur Gesprächsführung anzueignen bzw. sie zu erweitern.

 

Interdisziplinäre Arbeitsweise entsprechend der Beratungsanlässe nach §§ 16, 17, 18 und 28 KJHG

Bedarfe

Einzelpersonen / Familien

Allgemeine Beratung in Erziehungsfragen

  • Ständige MitarbeiterInnen der Beratungseinheit

Entwicklungsrückstände

  • Diagnostik: vorwiegend durch Psychologin
  • Intervention: Psychologin bei Entwicklungsrückständen aufgrund Intelligenzminderung; Autismus
  • Entwicklungsrückstände / Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten in Zusammenarbeit mit entsprechenden Fachärzten und Schulen

Emotionale Labilität

  • Diagnostik / Intervention: Psychologe bei Suizidaliät und massiven affektiven und neurotischen Störungen in Zusammenarbeit mit dem Klinikum und entsprechenden Fachärzten
  • SozialpädagogIn bei flacher emotionaler Labilität 
  • (möglich mit besonderen Fähigkeiten)

Sexueller Missbrauch

  • Diagnostik/ Intervention vorwiegend durch Psychologen
  • Körperarbeit möglicherweise auch durch Bewegungstherapeutin bzw. Heilpädagogen

Psychosomatische Problemlagen
(Anorexie, Enuresis, Bulimie u.a.)

  • Diagnostik: Psychologin in Zusammenarbeit mit jeweiligen Fachärzten
  • Intervention: Psychologe – verhaltenstherapeutische Methoden
  • Sozialpädagogin – körperorientierte und stabilisierende Methoden

Suchtprobleme

  • Einbeziehung spezialisierter Beratungseinrichtungen

Arbeits-, Leistungs- und Aufmerksamkeitsstörungen

  • Diagnostik: Psychologin und Sozialpädagogin der Beratungseinheit
  • Intervention: Psychologin mit verhaltenstherapeutischen Methoden
  • Sozialpädagogin mit Zusatzausbildung / Systemtherapeut: möglicherweise auch Heilpädagoge

Familien- und Partnerprobleme; andere Beziehungsprobleme

  • Diagnostik / Intervention: Psychologe
  • Sozialpädagoge mit Spezialisierung in Trennungs- / Scheidungsberatung bzw. Systemtherapeut