BW | Mutter(Vater) und Kind

tl_files/images/Neuenkirchen/nk.bw.muki-2019 (2).jpg
BW | Mutter(Vater) und Kind: Chausseestraße 2, 17498 Neuenkirchen

... noch in Bearbeitung
_______________________________________________________

Spezielle Problemlage

bei der Betreuung von Mutter(Vater) und Kind


Aus der langjährigen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind uns die besonderen Anforderungen, die an sehr junge bzw. minderjährige Einelternteile gestellt werden, bekannt.

Kennzeichnend für diese Zielgruppe ist oft die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Rolle. Diese ist oft noch nicht abgeschlossen. Für die Umwelt erlebbar äußern sich solche Prozesse u.a. in der wechselnden Zuordnung zu Subkulturen (Szeneerfahrungen), häufig wechselnden Freizeitinteressen sowie Partnerschaften und ungeklärten Zukunftsorientierungen.

Neben den vorgenannten, noch nicht abgeschlossenen Aufgaben der Persönlichkeitsentwicklung stehen für junge Einelternteile die Bewältigung von alltagspraktischen Aufgaben im Vordergrund. Aufgrund des Alters sind diese Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen oft auch im Prozess der eigenen Selbständigkeitsentwicklung. Auf Erfahrungen eines eigenverantwortlichen Lebens können sie daher noch nicht zurückgreifen. Hinzu kommt die zusätzliche Pflicht der Verantwortungsübernahme für ein Kind. Zudem ist die Schul- bzw. Berufsausbildung oft noch nicht abgeschlossen.

Aus den vorgenannten Gründen resultieren insbesondere vor dem Hintergrund einer Geburt bzw. einer zu erwartenden Geburt zusätzliche Problemlagen. So bestehen oft große Unsicherheiten bereits schon in der Schwangerschaft in Bezug auf die eigenen Handlungsfähigkeiten und –fertigkeiten gegenüber dem Kind, auf die Gesundheitssorge bzw. auf die des Kindes. Unsicherheiten, Perspektivlosigkeit, Resignation bis hin zur Adoptionsfreigabe können die Folgen für die kleine Familie sein.

Zielgruppe des Leistungsangebots

Das Angebot richtet sich an Mütter und Väter, die allein für ein Kind unter 6 Jahren zu sorgen haben oder tatsächlich sorgen und die aufgrund ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung einer solchen Unterstützung bedürfen. Schwangere Frauen können bereits vor der Geburt in dieser Einrichtung aufgenommen werden.

Ziel des Leistungsangebots

Globales Ziel ist es, das zukünftig alleinsorgeberechtigte Elternteil zu befähigen, perspektivisch eigenverantwortlich und selbständig mit seinem/n Kind/ern zu leben. Angestrebt wird eine zunehmende Selbständigkeit bei der Bewältigung von Alltagsangelegenheiten bzw. –problemen. Durch das sozialpädagogische begleitete Hilfesetting soll weiterhin der Erwerb bzw. die Erweiterung sozialer Kompetenzen erreicht und eine soziale Integration der kleinen Familie in bestehende gesellschaftliche Strukturen verwirklicht werden. Durch die Förderung der sozialen Entwicklung wird eine verbesserte Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe geschaffen.

In Bezug auf die Mutterrolle bzw. Vaterrolle steht kurzfristig die bereitwillige Übernahme und Anerkennung dieser für die jungen Menschen als Ziel im Vordergrund. Langfristig ist die Stärkung der natürlichen Erziehungsfähigkeit und die Stärkung des diesbezüglichen Selbstvertrauens des Einelternteils eine realistische, zu erreichende Zielstellung. Dadurch sollen suboptimale Erziehungs- und Lebensbedingungen weitestgehend ausgeschlossen werden.

Die Zielsetzungen werden im Hilfeplanverfahren detailliert erarbeitet, im Hilfeplan formuliert und richten sich nach der zum jeweiligen Zeitpunkt entsprechenden Situation der kleinen Familie. Folgende Einzelziele sollen insbesondere beachtet werden:

· Verantwortungsübernahme für das Kind / die Kinder
· Verantwortungsbewusster Umgang mit dem Kind/den Kindern
· Erreichung eines angemessenen Erziehungsbewußtseins
· Erwerb sozial angemessener Konfliktlösungsstrategien,
· Erkennen eigener Stärken und Schwächen (realistische Selbsteinschätzung),
· Erwerb eines erhöhten Selbstwertgefühls,
· Entwicklung und Förderung von Freizeitinteressen,
· Erwerb lebenspraktischer Kenntnisse, Fähig- und Fertigkeiten,
· Verarbeitung von Kritik und Lob,
· Verarbeitung von Erfolgen und Misserfolgen,
· Erweiterung der Frustrationstoleranz,
· Aufbau und Erhalt sozialer Kontakte,
· Üben gegenseitiger Rücksichtnahme,
· Erhöhung des Selbsthilfepotentials,
· Entwicklung einer eigenen Lebensperspektive
· Langfristige Integration in eine berufliche oder schulische Ausbildung

Charakteristische Gestaltungsmerkmale

Die Unterbringung der jungen Familie in der Mutter-Kind-Wohnform folgt einem alltagsorientierten und lebensweltbezogenen pädagogischen Ansatz, der es ermöglichen soll, unter möglichst alltagsnahen Lebensbedingungen eine eigenverantwortliche Persönlichkeit zu entwickeln. Mit Hilfe der Sozialpädagogen wird der junge Mensch dabei schrittweise an eine selbständige und eigenverantwortliche Lebensführung herangeführt. So hat dieser die Möglichkeit, sich auszuprobieren mit ähnlichen Rahmenbedingungen, die später im eigenen Wohnraum ebenfalls realistisch sein werden. Um diesen Verselbständigungsprozess in einem begrenzt geschützten Rahmen zu ermöglichen, ist die Wohnform räumlich an die Jugendhilfestation, insbesondere an das Betreute Wohnen angebunden. Dadurch besteht eine hohe Ansprechbarkeit von Betreuungspersonal außerhalb der Bezugsbetreuung. Diese Art der Ansprechbarkeit vermittelt sowohl dem Einelternteil als auch dem Kind bzw. den Kindern ein hohes Maß an Sicherheit und Angstreduzierung. Durch die räumliche Beschaffenheit ermöglicht es gleichzeitig ein hohes Maß an selbständigem Handeln.

Leistungsinhalte und Ausgestaltungselemente

Grundvoraussetzung für dieses Hilfeangebot ist die Freiwilligkeit und die Bereitschaft zur Mitarbeit des Einelternteils. Vorrangig wird der junge Mensch in den ihm zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten aufgesucht und in Einzelfallarbeit beraten und praktisch unterstützt in beispielsweise folgenden Bereichen:

· Vorbereitung auf die Geburt
· Praktischer Umgang mit den Säuglingen,
· Kindgerechter Umgang in Bezug auf die Bedürfnisse des Kindes
· Schul-, Ausbildungs- oder Arbeitsfragen,
· Ämterangelegenheiten,
· Freizeitinteressen,
· Umgang mit Geld,
· lebenspraktischen Fähig– und Fertigkeiten.
· Finden / Festigen von tagesstrukturierenden Elementen
· Förderung der Eigenverantwortlichkeit
· Kontaktgestaltung zur Herkunftsfamilie
· Erlernen / Festigen adäquater Verhaltensweisen in Konfliktsituationen
· Erhöhung der Frustrationstoleranz
· Angepasste Bedürfnisbefriedigung / Bedürfnisaufschub
· Angepasster Umgang im Zusammenleben

Personal

Die Betreuung dieses Leistungsangebotes wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Betreuten Wohnens der Jugendhilfestation Greifswald.

Lage und Räumlichkeiten des Betreuungsangebots

tl_files/images/Neuenkirchen/nk.bw.muki-2019 (4).jpg

tl_files/images/Neuenkirchen/nk.bw.muki-2019 (8).jpg tl_files/images/Neuenkirchen/nk.bw.muki-2019 (9).jpg