Betreutes Wohnen

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Betreutes Wohnen: Werderstraße 87 | 19055 Schwerin - 
Telefon: 0385 / 5918742


Betreutes Wohnen erreicht Selbstständigkeit und Konfliktfähigkeit

Jugendliche und junge Volljährige erhalten Hilfe mit dem Ziel eines eigenverantwortlichen Lebens außerhalb der Herkunftsfamilie. Der junge Mensch wird in allen Fragen seiner persönlichen Entwicklung (Identität) sowie beim Aufbau eines eigenen Lebensfeldes beraten und unterstützt. Angestrebt wird das eigenständige Wohnen in einer eigenen Wohnung.

Das sozialpädagogisch betreute Wohnen bietet alle notwendigen Leistungen:

  • Prüfung der Indikation
  • Bereitstellung der vereinbarten Betreuungszeit
    - in Form von Beratung
    - in Form von Begleitung und Unterstützung
    - in Form von gruppenpädagogischen und persönlichkeitsorientierten Methoden
  • Erziehungsplanung, Hilfeplanung
  • Vernetzung mit Formen anderer Hilfeangebote unter Beibehaltung der Beziehungskontinuität
  • Sicherstellen der Erreichbarkeit
  • Vorhalten und Unterhalten von Räumlichkeiten
  • Gestaltung der Wohnsituation
  • Entwicklung einer eigenen Lebensperspektive
  • Selbstversorgung im hauswirtschaftlichen Bereich
  • Stärkung der personalen und sozial-emotionalen Kompetenz
  • Schulische und oder berufliche Integration
  • Klärung finanzieller Fragen und Sicherstellung sozialrechtlicher Ansprüche
  • Förderung der Beziehungsfähigkeit
  • Bewältigung persönlicher Krisen
  • Aktive Freizeitgestaltung

Zielgruppe / Indikation:

Die Maßnahme ist notwendig und geeignet, wenn

  • die Erziehung oder Entwicklung des Jugendlichen und jungen Volljährigen auch mit stützenden und ergänzenden Hilfen im Herkunftsmilieu nicht sichergestellt ist,
  • Jugendliche und junge Volljährige Hilfen und Unterstützung bei der Verselbständigung und dem Aufbau eines eigenen Lebensumfeldes benötigen,
  • die Problembelastung im Herkunftsmilieu in der Regel hoch ist und / oder die Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen bei den Heranwachsenden vielfältig und gravierend sind.

Die Maßnahme ist nicht geeignet, wenn

  • Jugendliche und junge Volljährige ihre Bereitschaft zur Mitarbeit prinzipiell verweigern,
  • eine weitere Verselbständigung aufgrund von geistigen oder seelischen Behinderungen nicht möglich ist,
  • die Jugendlichen nicht ein gewisses Maß an Selbständigkeit mitbringen.

Gruppenbetreuung / Einzelbetreuung:

Die Gruppenbetreuung erfolgt durch zwei SozialpädagogInnen mit insgesamt 16 Wochenstunden.

Aufgaben der Gruppenbetreuung

  • Reflexion und Beratung zu aktuellen Fragen der Lebensgestaltung
  • Planung gemeinsamer Aktivitäten zur Integration der jungen Menschen in das Lebensumfeld zum gemeinsamen Lernen in der Gruppe und gemeinsamer Freizeitgestaltung
  • Begleitung und Unterstützung beim Training sozialer Kompetenzen in der Gruppe und in praktischen Lebenslagen
  • Gemeinsames Erarbeiten der Gruppennormen und Regeln, sowie Anregung zum verantwortungsvollen Umgang mit diesen
  • Anleitung zur Selbstversorgung (Einkaufen, Kochen, Wäsche- und Kleiderpflege, Raumpflege)
  • Hilfe und Unterstützung bei der Verwaltung des Budgets an Verpflegungs-, Bekleidungs- und Taschengeld
  • Hilfe bei Entwicklung von Lösungsstrategien zur Konfliktbewältigung im Gruppenzusammenhang
  • Unterstützung bei der Bewältigung persönlicher Krisen unter Einbeziehung gruppendynamischer Aspekte
  • Verantwortlicher Umgang mit Mobiliar der Wohnung, sowie den individuellen Grenzen der WG-Bewohnern akzeptieren und tolerieren.
  • Anerkennung der Gleichberechtigung der Gruppenmitgliedern

Die Einzelbetreuung wird individuell nach dem Bedarf der einzelnen Jugendlichen, neben der Gruppenbetreuung, festgelegt.

Aufgaben der Einzelbetreuer

  • Beratung und Unterstützung bei der Suche nach einer eigenen Lebensperspektive
  • Erarbeitung von persönlichen Wünschen, Zielen und deren Realisierungsmöglichkeiten
  • Stärkung der personalen und sozial-emotionaler Kompetenz
  • Unterstützung bei der individuellen Gestaltung des Kontaktes zum Elternhauses
  • Hilfe bei Planung der persönlichen Freizeit bzw. Freiräume
  • Aufarbeitung der eigenen Lebensgeschichte – Biographiearbeit
  • Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung von Problemen im Zusammenhang von Ausbildung und Schule
  • Hilfe bei der Bewältigung persönlicher Krisen
  • Unterstützung bei der Suche und Anmietung einer eigenen Wohnung

Zusätzliche Problemlagen in der Gruppensituation

Die Dynamik einer Gruppensituation in der WG und die Dynamik der Besucher der WG rufen besondere Konstellationen und Konfliktpotentiale hervor, die über die oben skizzierten Anforderungen der Betreuung hinausgehen. Solche Konstellationen können gekennzeichnet sein durch z.B.:

  • Zerstörung von Eigentum in der Privatsphäre
  • Kriminalität
  • Gewalt gegen einzelne WG-Bewohner
  • massive Probleme mit Anwohnern und Besuchern
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Angst oder Motivationsblockaden
  • suizidale Verhaltensweisen

Wir bearbeiten diese Konstellationen mit

  1. veränderten Regelvorgaben: z.B. verantwortbarer Beteiligung bei Reparaturkosten
    Konzeptioneller Hintergrund: Entwicklung sozialen Verhaltens durch Fördern und Fordern („redifining responsbility“), Perpektivenübernahme / Kodifizierung von Regeln nach Selman
  2. veränderter Betreuerpräsenz: z.B. Verdichtung der Gruppenstunden auf eine Person, deren Präsenz durch die Einrichtung eines Betreuerzimmers verstärkt wird
    Konzeptioneller Hintergrund: Funktionen der einbindenden Kultur nach Keagan: „Festhalten, Loslassen, in der Nähe bleiben“
  3. zusätzlichen Gruppenangeboten in Form von Projekten: z.B. Ferien-, Besucher- oder Antiaggressionsprojekt
    Konzeptioneller Hintergrund: Mentorierung von Passagen, geschlechtsspezifische Ansätze